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Ich bin dann mal im Schwarzweiß-Labor [Teil 1]

Der Plan besteht schon lange: Eigene Schwarzweißabzüge vom Film herstellen. Da ich schnell merkte, dass dieses Vorhaben recht komplex ist, habe ich zunächst eine ganze Weile mit dem Beschaffen von Informationen verbracht. Nach dem Motto: "Erstmal alles verstehen, dann loslegen ..."

Falls jetzt jemand auf die Idee kommt, nach dem Sinn des Ganzen zu fragen, man könnte ja auch digital fotografieren! Stimmt. Aber es macht nicht so viel Spaß. :-) Und ein echter S/W-Abzug ist einfach was anderes als ein plattes Digitalbild.

Zunächst geht es natürlich um die Frage, was man alles braucht. Das Schöne ist, dass die analoge Fotografie kaum einen mehr interessiert, was zur Folge hat, dass ehemalige Profigeräte und Zubehör zu Spottpreisen bei Ebay zu bekommen sind. Gut für die verbliebenen "Analogiker". :-)

Diese Ausstattung ist in jedem Falle erforderlich:

  • Vergrößerer mit entsprechendem Vergrößerungsobjektiv
  • Fotoschalen und Chemie
  • Zubehör (Flaschen, Messbecher, Zangen)
  • Fotopapier und ggf. Filter
  • Hilfsmittel zur Verdunklung, Rotlicht

Der Vergrößerer:

Vergrößerer gibt es in zahlreichen Variationen und Preisklassen. Wichtig ist, dass man sich für das richtige Negativformat entscheidet. Es gibt Geräte für Kleinbild und auch für Mittelformat. Manche Mittelformat-Vergrößerer eignen sich auch für Kleinbild. Mit so einem Gerät ist man recht flexibel. Zu beachten ist, dass je nach Negativformat eine andere Objektivbrennweite erforderlich ist. Für Kleinbild sind 50mm Objektive üblich, während man für 6x6 eine Brennweite um 90mm einsetzt. Des Weiteren unterscheiden sich die Geräte bzgl. der verwendeten Lichtquelle. Hier werden Kondensor- und Farbmischköpfe unterschieden. Auf die Vor- und Nachteile beider Varianten möchte ich hier nicht eingehen.



Mein erster Vergrößerer wurde ein Meopta Opemus 5 (siehe Bild). Dieses Gerät mit klassischem Kondensorkopf eignet sich sowohl für Kleinbild als auch für Mittelformat bis zur Größe 6x6. Die Meopta-Geräte sind sehr robust. Alles ist aus Metall. Bei Ebay lassen sich solche Geräte leicht für weniger als 50 EUR bekommen.

Das Objektiv:

Beim Objektiv sollte man nicht sparen. Selbiges ist maßgeblich für die Qualität der Abzüge. Man unterscheidet 3-Linser, 4-Linser und 6-Linser. Für Mittelformat und moderate Vergrößerungsmaßstäbe kann ein 3-Linser ausreichend sein. Ansonsten sollte man mindestens in einen 4-Linser investieren. An meinem Opemus 5 sollte zunächst ein älteres Schneider Componon zum Einsatz kommen. Relativ alt (60er / 70er Jahre), aber ein 6-Linser mit hervorragender Leistung.



Fotoschalen und Chemie:

Zur Herstellung eines Positivs benötigt man 3 Schalen und die entsprechende Chemie. Da wären das Entwicklerbad, ein Stoppbad sowie ein Fixierbad. Hier gibt es jede Menge Auswahl.



Zum Ansatz der Bäder ist noch diverses Zubehör wie Flaschen zur Lagerung der Arbeitslösung sowie einiger Messbecher erforderlich. Des Weiteren benötigt man mindestens 2 Fotozangen.



Verdunklung und Rotlicht:

Fotopapier ist lichtempfindlich, also muss im Dunkeln gearbeitet werden. Bestimmte Lichtspektren haben jedoch keinen Einfluss auf die Belichtung, so dass sich solches Licht in der Dunkelkammer verwenden lässt. Es gibt spezielle Duka-Leuchten oder Leuchtmittel für die gängige E27-Fassung. Ein guter Tipp sind auch Leuchtmittel mit roten Leuchtdioden (z.B. ein Fahrradrücklicht), da diese ein sehr enges Lichtspektrum aufweisen. Man sollte aber dennoch darauf achten, die Leuchte nicht zu nah am Arbeitsplatz zu betreiben, da eine Verschleierung des Papiers auch bei Rotlicht möglich ist.

Fotopapier:

Auch hier ist das Angebot auf den ersten Blick unüberschaubar groß. Verschiedene Größen, Oberflächen und S/W-Tonungen stehen zur Verfügung. Die erste Entscheidung sollte allerdings der Papiertyp sein. Man unterscheidet hier zwischen PE-Papier und Baryt-Papier. Da sich das PE-Papier sehr viel leichter verarbeiten lässt und auch günstiger ist, eignet es sich sehr gut für den Anfänger. So auch meine Entscheidung für das PE-Papier. Baryt-Papiere wirken edler, sind aber um einiges teurer, benötigen mehr Chemie, müssen ausgiebig gewässert werden und sind relativ schlecht glatt zu bekommen. Hier benötigt man weitere Hilfsmittel wie bspw. eine Trockenpresse. Für den Anfang ist man mit dem PE-Papier sicher am besten beraten.

Des Weiteren unterscheidet man beim Papier solches mit fester Gradation (Kontrast) oder so genanntes Kontrastwandelpapier. Beim Kontrastwandel- oder Multigrade-Papier wird der Kontrast bzw. die Härte des Abzuges per Filter eingestellt. Viele Vergrößerer haben dafür eine Filterschublade. Bei Geräten mit Farbmischkopf sind keine Filter notwendig. Die am Kopf eingestellte Lichtfarbe bestimmt den Kontrast im Bild.

Und wie geht's weiter?

Im nächsten Teil werde ich über meine Erfahrungen berichten und ein paar Ergebnisse zeigen. Hier als Vorgeschmack schon mal die erste Testbelichtung.




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